Wie funktioniert V2V-Kommunikation beim autonomen Fahren?

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Vehicle-2-Vehicle Kommunikation - Worauf kommt es an?

Insgesamt wird die V2V-Kommunikation als integraler Bestandteil des autonomen Fahrens immer wichtiger, sodass autonome Fahrzeuge in Zukunft routinemäßig miteinander vernetzt sein werden. Die fortlaufende Entwicklung und Implementierung dieser Technologien hängen von Faktoren wie der Verfügbarkeit von 5G-Netzen sowie den regulatorischen Entscheidungen in verschiedenen Ländern ab, denn bisher gibt es keinen einheitlichen internationalen Standard.

Die Technologien im Bereich des autonomen Fahrens entwickeln sich derzeit in schnellem Tempo und schon längst sind selbstfahrende Fahrzeuge keine unvorstellbare Zukunftsvision mehr. Maßgeblich für die Funktionsweise der Fahrzeuge ist die Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug, die sogenannte V2V- oder C2C-Kommunikation (= Vehicle-to-Vehicle bzw. Car-to-Car). Doch wie funktioniert diese Art der Vernetzung, welche Unternehmen arbeiten derzeit daran und welchen Einfluss hat dies auf die Mobilität der Zukunft?

Drahtlose Vernetzung: Funktionsweise von V2V

Die V2V-Kommunikation ermöglicht es Fahrzeugen, drahtlos über große Distanzen miteinander zu kommunizieren, um relevante Informationen miteinander auszutauschen. Dies geschieht in Echtzeit und spielt eine entscheidende Rolle bei der Steigerung der Sicherheit, Effizienz und Umweltfreundlichkeit im Straßenverkehr.

Durch die kontinuierliche Kommunikation können Fahrzeuge Informationen über ihre Position, Geschwindigkeit, geplante Fahrtrichtung und eventuelle Gefahrensituationen austauschen. Dieser Gedanke ist dabei keineswegs neu, sondern wurde bereits in den 1930ern erforscht, wobei die Informationen zwischen den Fahrzeugen zu dieser Zeit über Ultrakurzwellen (= UKW) ausgetauscht werden sollten.

Während damals jedoch die fahrende Person des Fahrzeugs entsprechend informiert werden sollte, ist dies bei autonomen Fahrzeugen überflüssig, denn anstelle menschlicher Fahrer:innen werten nun intelligente Systeme aus künstlicher Intelligenz die Daten aus, um eine optimale Fahrzeugsteuerung zu gewährleisten.

Die V2V-Kommunikation ist ein Teil der V2X-Kommunikation (= Vehicle-to-Everything). Im Rahmen dieses Konzepts kommunizieren die Fahrzeuge nicht nur untereinander, sondern z. B. auch mit anderen Verkehrsteilnehmenden oder der Infrastruktur, wie z. B. dem Ampelsystem. V2V-Kommunikation nutzt nach derzeitigem Stand entweder die WLAN-basierte Technologie DSCR oder das Mobilfunk-basierte C-V2X.

Aktueller Stand der V2V-Kommunikation

Innovationstreiber der Technologie

Einer Studie von GlobalData zufolge wurden allein in den letzten drei Jahren über 1,7 Millionen Patente im Bereich V2V-Kommunikation angemeldet. Unter den Unternehmen war Hyundai Motor einer der führenden Patentanmelder für V2V-Abstandsüberwachungssysteme. Andere führende Innovatoren der Automobilindustrie in diesem Gebiet waren Alphabet Inc., der Mutterkonzern von Google, wie auch das indische Unternehmen Tata Motors, Panasonic und Ford Motor.

Hinsichtlich der Anwendungsvielfalt lag Hitachi an der Spitze, gefolgt von Intel und BlackBerry, und was die geografische Reichweite betrifft, so führte Tata Motors, gefolgt von Alphabet und Panasonic.

Anwendungsbeispiel: Platooning

Autonomes Fahren hat ein besonders großes Potenzial im Logistik- und Transportbereich, das haben verschiedene Unternehmen bereits erkannt. Autonome LKW können Güter über große Strecken hinweg durch die Optimierung der Strecken und des Fahrverhaltens kostengünstiger, nachhaltiger und effizienter transportieren, ganz ohne menschliche Fahrer:innen.

Verschiedene Hersteller im Bereich autonomer LKW, wie Volvo, Daimler oder Continental, nutzen dabei eine Transporttechnik, die maßgeblich auf V2V-Kommunikation beruht, das sogenannte Platooning. Dabei fahren mehrere LKW in einem Konvoi dicht hintereinander: so dicht, dass jeder einzelne LKW durch den geringeren Luftwiderstand Treibstoff einspart.

V2V-Vernetzung verhindert dabei, dass die Fahrzeuge beim Bremsen Auffahrunfälle verursachen, denn wenn das Leitfahrzeug bremst, erhalten die folgenden LKW die entsprechende Information automatisch übertragen. Daraufhin können sie den Bremsvorgang einleiten und das bis zu fünf Mal schneller als menschliche Fahrer:innen.

V2V-Kommunikation: Schlüsseltechnologie für die Zukunft der Mobilität

Insgesamt wird die V2V-Kommunikation als integraler Bestandteil des autonomen Fahrens immer wichtiger, sodass autonome Fahrzeuge in Zukunft routinemäßig miteinander vernetzt sein werden. Die fortlaufende Entwicklung und Implementierung dieser Technologien hängen von Faktoren wie der Verfügbarkeit von 5G-Netzen sowie den regulatorischen Entscheidungen in verschiedenen Ländern ab, denn bisher gibt es keinen einheitlichen internationalen Standard.

Unabhängig davon, welche Technologie sich durchsetzt, ist jedoch klar: Die Zukunft der Mobilität wird maßgeblich von der V2V-Kommunikation beeinflusst und geformt sein.

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